18.05.2026+Roland Mills Ost setzt auf digitale Prozesse. Neue digitale Lösungen müssen daher in bestehende Technik eingebunden werden. Das bedeutet nicht unbedingt weniger Personalbedarf. Fachkräfte müssen zukünftig mehr Anlagenüberwachung mehr Qualitätsanforderungen und mehr Dokumentation bewältigen. Entscheidend ist deshalb nicht die Menge der Daten, sondern deren sinnvolle Aufbereitung. Der Schichtführer benötigt andere Informationen als das Qualitätslabor oder der Energiemanager. Ein gutes Dashboard zeigt nicht möglichst viele Kennzahlen, sondern die relevanten Abweichungen. Sonst entstehen neue Gefahrenquellen durch nicht priorisierte Meldungen. Mit der stärkeren Vernetzung der Daten wächst zudem die Bedeutung der Cybersicherheit. Sobald Maschinen, Leitsysteme, Fernwartung und Cloud-Dienste verbunden werden, entstehen neue Risiken. Datensicherung, Zugriffsrechte und Fernwartung müssen deshalb klar geregelt werden. Dabei tragen nicht nur IT-Abteilungen Verantwortung, sondern auch Betriebsleitung und externe Dienstleister. Trotz Digitalisierung bleibt der Müller der entscheidende Faktor. Die Mühle der Zukunft braucht nicht weniger Fachwissen, sondern digitale Kompetenz. Müller müssen künftig auch Prozessdaten bewerten können, Trends erkennen und digitale Warnsysteme richtig einordnen. Internationale Marktstudien erwarten weiterhin Wachstum für Getreidemühlen. Future Market Insights (FMI) beziffert den weltweiten Markt für Commercial Grain Mills im Jahr 2025 auf rund 1,8 Mrdvon Rainer Miserre, Sabine Kemper
13.11.2023Foodwatch täuscht Verbraucher mit Desinformationen.) setzt sich folgend zusammen: Buchweizenmehl inkl. Pseudogetreide wie Quinoa und Chia (115 Proben), Dinkel (36 Proben), Gerste (17 Proben), Hafer (21 Proben), Hirse (6 Proben), Mais (7 Proben), Reis (320 Proben), Roggen (57 Proben), Weizen (192 Proben), Hopfen (5 Proben), Sesamsamen (138 Proben), Buchweizenmehl (6 Proben), Dinkelflocken (27 Proben), Dinkelmehl (14 Proben), Haferflocken (55 Proben), Hirsemehl (2 Proben), Gerstengraupen (2 Proben), Gerstenmalz (4 Proben), Maiskonserven (3 Proben), Maisgrieß (2 Proben), Rapsöl (6 Proben), Sesamöl (2 Proben) Reisflocken (2 Proben), Roggenschrot (4 Proben), Roggenmehl (167 Proben), Weizenkleie (1 Probe) und Weizenmehl (133 Proben). Die Anzahl der Proben ist nicht statistisch repräsentativ, ebenso wie die von Österreich. Ein Rückschluss auf die Gesamtanzahl aller Getreideprodukte ist unseriös. Für die Berichterstattung an die (EFSA) und die Europäische Kommission werden die Proben in "surveillance samples" und "follow-up enforcement samples" unterteilt. Als "surveillance"-Proben bezeichnet man dabei die Plan- und die Monitoring-Proben, also ganz normal zufällige Proben. Während Verdachts-, Beschwerde- und Verfolgsproben unter der Bezeichnung "follow-up enforcement"-Proben zusammengefasst werden - hier sind selbstverständlich schlechtere Werte erwartbar. Von den 20.603 Proben des Berichtsjahres fallen insgesamt 20.022 Proben in die Kategorie "surveillance" und 581 Proben in die Kategorie „follow-up enforcement"von Sabine Kemper, Rainer Miserre
13.10.2023DAH fordert: Mehr Wissenschaft – weniger Panikmache. Bei Getreide liegen nach Informationen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sogar 99,4 Prozent aller Proben unter den Rückstandshöchstgehalten. „Klar ist auch: Ohne Pflanzenschutzmittel wird die Produktion und Erntemenge von Getreide in Deutschland zurückgehen“, erklärt Courbier weiter. Belegt wird diese Aussage von verschiedenen Studien, etwa einem Gutachten der FH Soest aus Mai diesen Jahres. Es besagt, dass die durchschnittlichen Ertragsverluste sich z. B. beim Wintergetreide auf ca. 30 Prozent belaufen, wenn die Pläne der EU, den Pflanzenschutzmitteleinsatz um 50 Prozent zu reduzieren, umgesetzt werden. Auch eine aktuelle Studie von hffa Research zur „Agrarproduktion und Biodiversität in Deutschland“ kommt zu dem Ergebnis, dass ein pauschales Pflanzenschutzmittelverbot, wie es in sogenannten sensiblen Gebieten geplant ist, zu einer Produktionseinschränkung von etwa 30 Prozent führen wird. „Das sind Stimmen der Wissenschaft, die deutlich machen: Wir brauchen einen guten Pflanzenschutz“, so der DAH-Geschäftsführer weiter. Ein Einschreiten des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu fordern, nennt der DAH zynisch. „Schon allein wegen der Marktmacht des LEH und drückender Preise setzt kein Landwirt leichtfertig teure Pflanzenschutzmittel ein, wenn es ackerbaulich nicht nötig ist“, hält Courbier abschließend fest.
13.09.2023Brotgetreideernte 2023 Kein Superjahr, aber auch keine Katastrophe. %) deutlich erniedrigt, dennoch zeigen 7,6 % der Proben auch in diesem Jahr wieder einen überhöhten Besatz (> 0,05 Gew. %) mit Mutterkornsklerotien. Keine Grenzwerte überschritten Die bundesweit trockenen Bedingungen im Frühsommer und während der Blüte des Getreides haben neben geringem Mutterkornvorkommen auch zu niedrigen Gehalten der Fusarientoxine Deoxynivalenol und Zearalenon geführt. Für diese wurden in den bislang untersuchten Weizen- und Roggenproben keine Grenzwerte überschritten. Der Zwischenbericht des Max Rubner-Instituts zur Besonderen Ernte- und Qualitätsuntersuchung (BBE) kann hier abgerufen werden.
01.09.2023Ernte 2023: Weizen- und Roggenqualitäten. Ausrichtung der Ressourcen – bis in die Backstuben Eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells ist dabei nicht nur vom Erfassungshandel gefragt. Auch die Bäckerei muss sich neu „sortieren“ und bereit sein, ihre Beschaffung auch an der Ressourceneffizienz der eingesetzten Mahlerzeugnisse und nicht ausschließlich an der maximalen Ausprägung von Parametern wie dem Feuchtklebergehalt oder dem Rohproteingehalt auszurichten. Hier ist auch bäckerisches Know-How gefragt, um unter sich ändernden Rahmenbedingungen für die gesamte Wertschöpfungskette weiter hervorragende Brot- und Backwarensortimente herzustellen. Alle könn(t)en profitieren – noch aber gibt es Hürden Mit Blick auf die aktuell diskutierten Klima- und Nachhaltigkeitskennzeichnungen wird der CO2-Fußabdruck auch für Backbetriebe wichtiger werden. Über 90 Prozent des CO2-Fußabdrucks der Mahlerzeugnisse kommen aus dem Brotgetreide – das größte Reduktions- und Innovationspotenzial in der Wertschöpfungskette. Und hier werden vor allem die sortenspezifischen Backqualitäten von Weizen eine Rolle spielen. Um diese nutzen zu können, müssen die Informationen zu den Sorten durch die ganze Getreidewertschöpfungskette erhalten bleiben, um sorteneigene Qualitätseigenschaften auch nutzen zu können. Qualität neu denken – mit flexiblen Lösungen Backweizenqualität neu zu denken und mit weniger Protein zu backen, wird seit vielen Jahren in der Wertschöpfungskette intensiv diskutiert und stößt in der Praxis immer wieder an Grenzen
15.11.2022Qualität der österreichischen Brotgetreideernte 2022. 10: Weizenqualität 2022 – Häufigkeitsverteilung von Sedimentationswert und Klebergehalt 2021 lag der Wert bei äußerst hohen 25 ml. Die Ernte 2022 zeigt somit eine ausgeglichene Kleberstruktur und kann aufgrund dessen auch bei üblichen Verarbeitungsbedingungen gut Wasser binden. Die ausgeglichenen Klebereigenschaften äußern sich auch im Extensogramm mit einer guten Dehnbarkeit bei ausgeglichenem rheologischen Verhältnis. Aufgrund der durchgeführten Backversuche ist das mittlere Backvolumen mit 705 ml pro 100 g Mehl sehr gut. Abb. 9 zeigt die Häufigkeitsverteilung von Proteingehalt und Fallzahl. Es ist ersichtlich, dass beim Proteingehalt eine recht gleichmäßige Verteilung von Mahl-, Qualitäts- und Premiumweizen vorliegt. Bei den Fallzahlen liegen 96% über 280 s. Da die Fallzahl nur eine Schnellbestimmung der Alpha-Amylase-Aktivität ist, empfiehlt es sich, das tatsächliche Verkleisterungsverhalten mit der Backversuch-Simulation im Amylogramm zu kontrollieren. Liegt die Fallzahl bei Weizen kleiner/gleich 330 s, so kann das Amylogrammmaximum sogar darunter liegen! Derartige Weizen sind jedoch auch in der Ernte 2022 kaum im Umlauf. Des Weiteren ist die Durchführung von Amylogrammen für die Einstellung auf ein ausgeglichenes diastatisches Verhältnis mit Malzmehl unumgänglich. Abb. 10 stellt die Häufigkeitsverteilung von Sedimentationswert und Klebergehalt dar. Beim Sedimentationswert liegen 85% über 50 ml und 0% unter 35 mlvon DI Christian Kummer
08.11.2022Weizenqualität 2022 - Max Rubner-Institut. Die Qualität der heimischen Brotweizenernte 2022 ist nach den ersten vorläufigen Erhebungen an Mühlenmustern von schwächeren indirekten Parametern und einem sehr schwachen Backergebnis geprägt. Ein relativ hoher Anteil an eingesandten B-Qualitäten kann diese Entwicklung allerdings nur zu einem Teil erklären, da gerade vermeintlich starke A- und E-Sorten bei typischen Rohproteingehalten auffallend schwach bei Klebergehalt, Wasseraufnahme und Backvolumen abschneiden. Bemerkenswert sind in diesem Jahr besonders die geringen Teigausbeuten, sowie relativ hohe Glutenindizes, die zusammen mit eher kurzen Teigeigenschaften, die in diesem Jahr besonders bei backtechnisch eher hochwertigen A- und E-Sorten auftreten, eine stärkere Ascorbinsäuresensibilität erwarten lassen. Bis Ende September werden die Untersuchungen der Mustereingänge an konventionellem Roggen und Weizen fortgeführt. Wie alljährlich wird ab Anfang Okto- ber das vorläufige Gesamtergebnis der Erntequalität anhand der Mühlenmuster durch die statistisch abgesicherte „Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung“ (BEE) konkretisiert und abgerundet, um so ein vorläufiges zweiteiliges Gesamtbild der Deutschen Getreidequalität 2022 zu erhalten. von Dr. Jens Begemann