Die Hemelter Mühle nutzt Binnenschiffe für den Getreidetransport.
Bild von: Hemelter Mühle
Niedrige Pegelstände schränkten im Sommer 2026 die Logistik der Getreideverarbeiter ein. Die Branche ist sich einig: Es muss sich etwas ändern, denn in Sachen Niedrigwasser gibt es beunruhigende Trends. Eine Bestandsaufnahme von Christine Böhringer.
KI-Zusammenfassung
- Historisch niedrige Wasserstände auf Rhein und Donau verteuerten Getreidetransporte; Mühlen hielten die Produktion und Lieferungen nur mit erheblichem Mehraufwand aufrecht.
- Fortin Mühlenwerke zahlte im August einen Kleinwasserzuschlag von bis zu 360 Prozent und benötigte teils sechs Schiffe für eine sonst übliche Ladung.
- Experten sehen zunehmende und länger andauernde Niedrigwasserperioden. Klimatische Veränderungen und bauliche Engpässe verschärfen die Risiken, besonders am Mittelrhein.
- Branchenverbände fordern eine widerstandsfähigere Verkehrsinfrastruktur, modernisierte Wasserstraßen und leistungsfähigere Schienenverbindungen sowie kurzfristig eine befristete Erhöhung des Lkw-Gesamtgewichts auf 44 Tonnen.
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Dieser Sommer wird den Getreidemühlen in Erinnerung bleiben. Die historisch niedrigen Wasserstände beeinträchtigten vor allem im August die Binnenschifffahrt am stärksten auf dem Rhein und der Donau und damit auch den Transport von Getreide und Kleie sowie anderen Nachprodukten für die Futtermittelwirtschaft. „Kleinwasserzuschläge aufgrund reduzierter Ladekapazitäten trieben die Transportkosten bei der Beschaffung und Distribution nach oben, der logistische Aufwand nahm zu. Und wir erwarten noch mindestens bis Ende September weitere Einschränkungen“, sagt Dr. Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS). Der Branche sei es zwar gelungen, die Produktion aufrecht zu erhalten und Kunden zuverlässig zu beliefern. „Doch das konnte nur durch einen enormen Mehraufwand und enorme Mehrkosten erreicht werden.“
Teure Logistik
„In der Spitzenzeit im August haben wir einen Kleinwassserzuschlag von 360 Prozent gezahlt“, sagt Robert Lamers, Geschäftsführer der Fortin Mühlenwerke in Düsseldorf. Das Unternehmen verarbeitet Getreide mit einem Schwerpunkt auf Hafer und beliefert die Lebensmittelindustrie, Groß- und Einzelhändler sowie Tierfutterproduzenten in rund 60 Ländern mit Flocken, Grütze, Kleie, Kernen und Mehl. Beim Import kommt 90 bis 95% der Rohware per Binnenschiff, der Hafer aus Skandinavien wird in Rotterdam umgeschlagen.
„Teilweise brauchten wir sechs Schiffe für dieselbe Menge, die wir sonst mit einem Schiff erhalten“, sagt Robert Lamers. Der Export läuft ebenfalls über den Rhein. „Diese Anbindung spart uns im Jahr rund 6.800…
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