Die Ceres Mühle am Seekanal in Brüssel
Bild von: Mühle + Mischfutter (Alle Fotos)
Die BiGu-Mühlengruppe und Swisca haben die Ceres Mühle in Brüssel technisch neu aufgebaut.
KI-Zusammenfassung
- Die BiGu-Mühlengruppe entschied sich gegen die Schließung der traditionsreichen Ceres Mühle in Brüssel und für einen technischen Neuaufbau im ehemaligen Siloturm.
- Das vertikale Layout verteilt zwei Mahllinien mit insgesamt 900 Tonnen Tagesleistung auf elf Ebenen und nutzt die Schwerkraft für den Produkttransport.
- Walzenstühle, modulare Plansichter und umfassende Automatisierung ermöglichen die ungewöhnliche Anlagenführung; Swisca entwickelte das Konzept gemeinsam mit BiGu.
- Laut Projektberechnungen reduziert das Layout die Zahl pneumatischer Förderstränge deutlich und senkt den Energiebedarf der Mühlenpneumatik einschließlich Sichteraspiration um rund 40 Prozent.
- Erste Verbrauchswerte aus der Anlaufphase liegen bei 28 kWh/t für die Vermahlung und geschätzten 2,3 kWh/t für die Reinigung; ein belastbarer Vergleich ist laut den Beteiligten noch nicht möglich.
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Die letzten Aufräumarbeiten sind noch im Gange, als uns Jonathan Gutting morgens vor der Ceres Mühle begrüßt. Die Sonne steht bereits über dem Hof, es verspricht ein warmer Tag zu werden. Jonathan Gutting ist gelernter Müller und wird die Mühle künftig verantworten. Er führt uns ins Gebäude, dort wartet zunächst der Aufzug. Die Belegschaft nennt ihn den „Team-Building-Aufzug“. Wenige Sekunden später wissen wir, weshalb und zwängen uns in die schmale Kabine. Bald soll ein großer Aufzug neben das Gebäude gebaut werden, ebenso wie ein großes Treppenhaus, entschuldigt sich der Müller. Da das Bestandsgebäude wenig Raum in der Fläche bot, wurde ein vertikales Mühlenlayout umgesetzt.
Im zehnten Obergeschoss beginnt unser Rundgang durch die neue Mühlenanlage, zugleich starten hier die ersten Schrotpassagen. Gutting geht an drei großen ROMIL-8-Walzenstühlen vorbei. Der vorbereitete Weizen gelangt über Elevatoren und Kettenförderer bis unter das Dach. Ein Walzenstuhl arbeitet für die Linie mit 300 Tonnen Tagesleistung, zwei versorgen die größere Linie mit 600 Tonnen. Von nun an folgt das Produkt weitgehend der Schwerkraft. Der Weg nach unten macht uns den Unterschied zu einer üblichen Stockwerksmühle deutlich. Walzenstühle, Plansichter und Reinigungstechnik stehen nicht geschlossen auf eigenen Maschinenböden. Sie folgen dem vertikalen Mühlendiagramm und der verfügbaren Gebäudehöhe.
Rohrleitungen führen durch Deckenöffnungen, einige Sichter erstrecken sich über zwei Geschosse. Wir laufen über Bodenbeläge aus Holzplatten, dann wieder über feste Betonböden. Schon in der nächsten Etage…
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