18.07.2026+Besuch der Grüninger Mühlen in Flums/Schweiz. Die allgemeinen Fortschritte im Bereich KI bringen diese vierte Phase aber zweifellos näher. Für uns ist entscheidend, diesen Schritt kontrolliert, überlegt und praxisnah zu gehen. Im Kern soll es nicht darum gehen, eine Mühle vollständig autonom zu betreiben. Entscheidend ist, die Technologie dort einzusetzen, wo sie den Müller fachlich unterstützt, Prozesse stabiler macht und den Betrieb langfristig stärkt.von Sabine Kemper
19.04.2026Endress+Hauser 2025 über Vier-Mrd.-Euro Umsatz. Wer Rohstoffe sicher lagern, Transporte steuern und qualitätskritische Schritte stabil fahren will, ist auf verlässliche Messwerte angewiesen. Hinzu kommen digitale Systeme, die Messdaten bündeln, visualisieren und für Wartung oder Effizienzsteigerung nutzbar machen. CEO Dr. Peter Selders (Foto: Endress+Hauser). Diese Verbindung aus Sensorik, Gerätetechnik und Datennutzung zog sich als roter Faden durch die Veranstaltung. Ein Beispiel mit Nähe zur Lebensmittelproduktion ist das neue selbstkalibrierende Thermometer iTHERM TrustSens. Es kalibriert sich im laufenden Betrieb und kann nach Unternehmensangaben nun bereits bei 39 Grad Celsius arbeiten. Das soll Stillstände vermeiden und die Temperaturüberwachung in hygienisch sensiblen Prozessen vereinfachen. Mathias Altendorf, ehemaliger CEO und Präsident des Verwaltungsrats von Endress+Hauser. Seinen Abschied nahm Verwaltungsratspräsident Matthias Altendorf. Er absolvierte seine gesamte berufliche Laufbahn bei Endress+Hauser und begann mit einer Lehre als Mechaniker in Maulburg, an die sich Studium und Weiterbildungen anschlossen. Der Schmetterling begleitete als Symbol für Transformation das Global Forum 2026.von Rainer Miserre
10.11.2025KI und Arbeitssicherheit. Am Ende bleibt die Einsicht, dass KI und Robotik neue Werkzeuge liefern, sie treffen jedoch keine Entscheidung und tragen keine Verantwortung. Das leisten die Menschen im Werk. Die Kunst ist, beides klug zu verbinden.von Sabine Kemper
04.11.2025KI Werkzeug oder Wunderwaffe. Andere entwickeln wir gemeinsam mit dem Kunden. Und wenn es funktioniert, können wir daraus neue Standardlösungen machen. M+M: Wird bald eine KI den Müller durch Reparaturen führen, sobald sämtliche Bedienungsanleitungen in die Systeme eingespeist sind? Und kann dank der Sprachkommunikation der Bediener bei einer Störung einfach die KI über eine App fragen, wie er vorgehen soll - ein Szenario, das den klassischen Kundensupport überflüssig machen könnte. Vidor Kapy: Das war einer unserer ersten Anwendungsfälle. Wir wollten das Wissen aus unseren Bühler-Handbüchern so in ein KI-System einbinden, dass es nicht ins öffentliche Internet gelangt. Technisch nutzen wir dafür ein sogenanntes RAG-Modell. Damit können wir große Sprachmodelle wie ChatGPT einsetzen und gleichzeitig ausschließlich unsere eigenen Daten einspielen. So lassen sich Fragen in natürlicher Sprache stellen, die mit präzisen und referenzierten Antworten aus unseren Handbüchern beantwortet werden. Natürlich bleibt wichtig, dass der Mensch die Ergebnisse kritisch prüft. KI kann noch immer Fehler machen oder Inhalte halluzinieren. Doch unsere Erfahrungen zeigen: Die Antworten sind in der Regel sehr zuverlässig und erleichtern die Arbeit spürbar. Wir nutzen diese Anwendung im Moment noch für unsere internen Servicetechniker und Monteure. Und wollen es weiter testen, bis wir es dann rausgeben. Bruno Bedin: Wartung ist tatsächlich ein guter Einstiegvon Sabine Kemper
09.07.2025+Interview mit Liam Cassidy zur Zukunft mit selbstoptimierenden Mühlen. Die Resultate sind: Weniger Stillstand, höhere Effizienz, bessere Qualität – und ein Team, das auf Wissen statt Alarmen basiert. M+M: Mit welchen Investitionen muss ein Mühlenbetrieb rechnen, um erste Schritte in Richtung KI-gestützter Prozessoptimierung zu gehen? Liam Cassidy: Ich würde die Frage nicht in Euro beantworten – sondern sagen: Bauen Sie Ihr eigenes ROI-Modell. Starten Sie mit einem klar definierten Problem – z. B. häufige Stillstände, ungenaue LKW-Planung oder unvorhergesehene Wartungsarbeiten. Dann: • Fangen Sie klein an. Ein Pilotprojekt mit unter 25.000 bis 30.000 Euro kann bereits einen echten Mehrwert liefern. • Lösen Sie ein reales Problem – z. B. durch schnellere Reaktionszeiten oder frühzeitige Fehlererkennung. • Messen Sie den Effekt – ob durch Zeiteinsparung, gesteigerte Ausbeute oder erhöhten Durchsatz. • Quantifizieren Sie den Gewinn – oft stellt sich der ROI schon nach wenigen Wochen oder Monaten ein. Wenn der Nutzen sichtbar wird (und das wird er), verlagert sich die Diskussion von „Wie viel kostet das?“ zu „Wie schnell können wir skalieren?“ Wir haben erlebt, dass Kunden mit einem gezielten Anwendungsfall gestartet sind, beispielsweise mit der vorausschauenden Wartung oder der Logistik. War das erfolgreich, haben sie die Anwendung rasch auf ihre anderen Standorte übertragen. So wird KI vom Pilotprojekt zum strategischen Vorteil. Lesen Sie hier den Report zur KI in Mühlen und dem Vortrag von Liam Cassidy auf der IAOM 2025 in Oklahoma City.von Sabine Kemper
09.07.2025+Warum Künstliche Intelligenz in der Mühle mehr ist als ein Hype. Dort wurde das gesamte US-amerikanische Elektroinstallationshandbuch, das „National Electrical Code Book“, in ein internes KI-System eingespeist. Früher mussten Monteure bei Problemen entweder das dicke Buch durchblättern oder jemanden anrufen. Heute zücken sie ihr Smartphone und stellen der App einfach die Frage, wie sie ein Kabel normgerecht in einem feuchten Bereich verlegen sollen. Die Antwort kommt sekundenschnell – direkt auf die Baustelle, präzise und praxisnah. Wer das System mit seinem Wissen füttere, bekomme einen digitalen Assistenten, der niemals schläft, sich alles merkt und der auf Zuruf Problemlösungen oder Verbesserungsvorschläge liefert. Cassidys Botschaft war klar: Die Industrie, die die Welt ernährt, erfährt gerade einen radikalen Wandel und die Automatisierung in der Mühlenindustrie steht an der Schwelle zu einer neuen Ära. Sein Rat: Schulen Sie Ihr Personal. Lernen Sie, wie Sie KI sinnvoll einsetzen. Beginnen Sie heute – nicht morgen. Wer offen ist, strukturiert vorgeht und sein Team mitnimmt, könne von einem nie dagewesenen Effizienzschub profitieren. Lesen Sie hier das Interview von Mühle + Mischfutter mit Liam Cassidy zur selbstoptimierenden Mühle.von Sabine Kemper
19.09.2024Digitalisierung für die Agrarwirtschaft. Zudem füllen die Müller vom Oberen Neckar Sondermischungen auch mit individuellen Etiketten ab und beliefern den Einzelhandel mit ihren Premium-Produkten unter dem Label der Walz-Mühle. Thomas Walz hat viel zu koordinieren: „Früher hatten wir verschiedene Systeme im Betrieb, die historisch gewachsen waren. Heute ist es eine Erleichterung alle Daten in ein System einzupflegen.“ Die Umstellung haben die Softwarespezialisten gut gemeistert und sie hat sich auch für den Onlinevertrieb und den Mühlenladen der Familie gelohnt. Eine Direktvermarktung betreiben die Müller seit 1980. Als das Sortiment im Mühlenshop immer umfangreicher wurde, lagerte sie den Verkauf 2021 aus. Der neue Mühlenmarkt im Nachbarort hat eine Verkaufsfläche von 350 m². Die Verwaltung ist dank ERP einfach. Beispielsweise war das Einpflegen unverpackter Waren kein Problem, wie auch die Anbindung des neuen Kassensystems. Thomas Walz lobt die Vorteile der Software, die regelmäßig gepflegt wird. Alle Dokumente können digital übermittelt werden und das System archiviert sie automatisch. „Wenn mal etwas nicht so läuft, gibt es die Hotline und der Support funktioniert sehr gut,“ berichtet der Müller. Der neue Mühlenmarkt der Walz-Mühle wird ebenfalls mit der ERP-Software verwaltet. Mit den regelmäßigen Updates für L3 werden auch neue Vorgaben des Gesetzgebers für Lebensmittel einfach umsetzbar.von Sabine Kemper
27.11.2023Mit Babelbing kleinere Mühlenbetreibe digital verwalten. Wichtig ist auch, dass das Programm immer weiter entwicklungsfähig bleibt und diese Zusätze auch allen Usern zur Verfügung stehen und zu moderaten Kosten. M+M: Wie aufwendig ist die Pflege der Daten? Funktionieren die Schnittstellen, beispielsweise beim Versand? Martin Hofmeir: Jedes Programm lebt von seinen Nutzern/Anwendern. Prozessdaten aus der Mühle müssen wir (gewollt) händisch einpflegen. Das gehört zum Tagesgeschäft. Oftmals sind das zuvor auch schon händisch gepflegte Daten z.B. Exeltabellen oder andere Hardcopy-Unterlagen. Nun hat man mit dem gleichen Aufwand alles kompakt in einem Programm, übersichtlich und immer griffbereit. Im Mühlenbetrieb gibt es mehrere verschiedene Steuerungen aus unterschiedlichen Jahrzehnten, die die unterschiedlichsten Daten ausspucken. Eine direkte Vernetzung mit dem Mühlenprogramm wäre sehr aufwendig und sehr teuer geworden. Die Schnittstellen sind einfach zu handhaben. Das sind wenige Klicks und man bekommt nebenbei mit einem Lieferschein z.B. das dazugehörige Versandlabel vom Paket-Versanddienstleister oder auch Spedition. Natürlich muss der Versanddienstleister, die Spedition oder eben auch das BLE eine solche Schnittstelle anbieten. Die Kunstmühle Hofmeir.von Sabine Kemper
01.02.2023Cyberangriffe: So können sich Unternehmen schützen. Kein Wunder, dass individuell auf Unternehmen zugeschnittene Sicherheitskonzepte und Dienstleistungen wie die Nutzung des Security Operations Center von Scaltel derzeit boomen. „Wir haben so viele Anfragen wie nie zuvor – und das aus allen Branchen“, sagt Thomas Gnadl. Im Falle des Falles reagieren die Experten aus dem SOC sofort. Über ein vorab mit den Kunden definiertes Notfall-Management starten die entsprechenden Abläufe, wobei die IT-Security-Experten Hand in Hand mit der IT-Abteilung des Kunden zusammenarbeiten. „Im Ernstfall kommt es darauf an, rational die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dieses in der Praxis erprobte Vorgehen ist für den Erfolg der Abwehrmaßnahmen sehr wichtig“, so Gnadl. Ein Tipp im Verdachtsfall Sollte im Unternehmen der Verdacht eines Cyberangriffs vorliegen, sollten die betroffenen Computer oder Server laut Thomas Gnadl sofort vom Netzwerkgetrennt werden, entweder durch Ziehen des LAN-Kabels und/oder die Deaktivierung der Netzwerkkarte und der WLAN-Verbindung. Die Computer und Server sollten allerdings nicht komplett runtergefahren werden. „So können unsere Security-Analysten anhand von temporären Speicherdaten den Ursprung und den Hergang des Angriffs besser rekonstruieren. Erst, wenn sich die Isolierung aus dem Netzwerk nicht zeitnah bewerkstelligen lässt, ist das Herunterfahren der betroffenen Endsysteme die nächstbeste Lösung“, erklärt Thomas Gnadl. von Ingo Jensen