18.07.2026+Besuch der Grüninger Mühlen in Flums/Schweiz. Die allgemeinen Fortschritte im Bereich KI bringen diese vierte Phase aber zweifellos näher. Für uns ist entscheidend, diesen Schritt kontrolliert, überlegt und praxisnah zu gehen. Im Kern soll es nicht darum gehen, eine Mühle vollständig autonom zu betreiben. Entscheidend ist, die Technologie dort einzusetzen, wo sie den Müller fachlich unterstützt, Prozesse stabiler macht und den Betrieb langfristig stärkt.von Sabine Kemper
17.07.2026+Jubiläum der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau. Dies kann private Investitionen erleichtern, birgt aber Zielkonflikte für die Berufsschule. Eine öffentliche Schule muss herstellerneutral ausbilden und darf ihre Inhalte nicht von einzelnen Lieferanten oder Unternehmen abhängig machen. Für Sachspenden, Leihmaschinen, Softwarelizenzen und fachliche Unterstützung braucht es deshalb transparente Regeln. Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) arbeitet seit Jahren an der Zukunft der Ausbildung, hat aber bislang kein verbindliches und finanziell unterlegtes Gesamtkonzept vorgelegt. Dr. Peter Haarbeck wird dies nun tun. Erwartet wird ein Konzept, das kleinere und große Betriebe berücksichtigt und Kosten klar benennt. Hans Schmid kündigte an, das Schweizer Konzept zur Verfügung zu stellen. Die Schweiz organisiert Teile der müllereitechnischen Weiterbildung anders und trennt Mehlmüllerei und Mischfuttertechnik stärker. Ob sich dieses Modell auf Deutschland übertragen lässt, ist zu prüfen. Das 100-jährige Jubiläum zeigte eine Schule mit engagierten Lehrern, gewachsenen Strukturen und hoher Bedeutung für die Branche. Es zeigte aber ebenso deutlich, dass die Müllerausbildung in Stuttgart von ihrer Substanz lebt und technisch wie finanziell an ihre Grenzen stößt.
10.07.2026+Tag der offenen Tür der Müllerschule Wittingen. Die Auszubildenden verbringen sechs Wochen am Stück in Wittingen, Unterkunft und Verpflegung gehören dazu. Die bestens ausgestattete Schulmühle in Wittingen hat mit ihrem Open-House-Format Betriebe, Verbände und Schulträger an einen Tisch gebracht und gezeigt, wie öffentliche Investitionen und privates Engagement im Unterricht ankommen. Hubertus Nitzschke, Vorsitzender des Fördervereins mit Haytham Abedo beim Rundgang. Mattis Thoms beurteilt mit der Pekar-Probe die Mehlqualität sowie den Ausmahlungsgrad visuell. Bastian Patsch und Carola Gaas vom Caterer Haus Niedersachsen gGmbH servieren täglich 1.000 Essen für die Region. von Sabine Kemper
09.07.2026+Zwischenfazit zum Plansichter SIFTO. Ich merke derzeit, dass sich viele Müller inzwischen für neue Sichterkonzepte öffnen. Wenn wir den SIFTO auf einer anderen Etage integrieren können, entstehen neue Möglichkeiten im Mühlendiagramm. Dann lassen sich Mahlen und Sichten stärker über freien Fall verbinden, und einzelne pneumatische Überhebungen können entfallen. Früher wurde so etwas oft gar nicht diskutiert. Heute sind viele Betriebe bereit, genau über solche Lösungen nachzudenken. SIFTO in der Ceres Mühle in der Umbauphase (Foto: Swisca). M+M: Trotz der genannten Vorteile werden doch mehr elektrische Komponenten und größere Schaltschränke verbaut. Ist das nicht ein Nachteil? Stefan Schmitz: Er braucht mehr elektrische Ausrüstung, ja. Aber Maschinen entwickeln sich. Früher hatten Waagen Relaissteuerungen, heute sind elektronische Waagen-Steuerungen selbstverständlich. Beim Sichter kommt ebenfalls mehr Elektronik ins Spiel. Der Vorteil ist, dass wir Motortemperatur, Drehzahl und Drehmoment auslesen können. Außerdem stellen wir die Geschwindigkeit der Motoren individuell ein. Durch das modulare Konzept haben wir einen Motor in jedem Abteil und benötigen deshalb einen Servocontroller, der die Motoren synchronisiert und es so ermöglicht die Geschwindigkeit des Sichters einzustellen. Ich teste das gerade an einigen Anlagen und optimiere ganz einfach den Prozess. Läuft mehr Produkt, kann man schneller fahren, bei weniger Produkt halt langsamervon Sabine Kemper
22.05.2026+Interview mit Michael Gutting. Mir ist sehr wichtig, dass dies auch für unser Verbandswesen gilt. Wir müssen unseren europäischen Verbänden viel mehr Raum und Gewicht geben. Und deshalb sehe ich eine solche Veranstaltung auch nicht im Ansatz als eine Konkurrenz zu heutigen europäischen Formaten, sondern als einen Versuch, eine Ergänzung und Erweiterung einer primär technisch ausgerichteten Veranstaltung auf europäischem Niveau zu etablieren. Das Labor der Mühle (Foto: M+M). M+M: Sie setzen bei dem Umbau in Belgien auf Produkte des Schweizer Technologieunternehmens Swisca. Arbeiten Sie auch weiter mit der Bühler Group zusammen? Michael Gutting: Selbstverständlich arbeiten wir auch weiterhin intensiv mit Bühler zusammen. In Brüssel werden Komponenten von Bühler, Swisca und anderen Vorlieferanten installiert. Ich bin froh, dass mehr Bewegung in den Markt kommt mit vielen Anbietern. Wettbewerb tut dem Markt gut. Wir suchen unsere Lieferanten nach diversen Punkten aus. Ein wichtiger Punkt ist die Relation zwischen Investitionskosten und dauerhaften Betriebskosten. Und wir wissen, dass jeder Lieferant manchmal auch Fehler produziert. Entscheidend ist jedoch, dass die Problemlösung schnell und unbürokratisch geschieht. Und das meine ich auch so, denn wir reden hier über Anlagen, die 365 Tage 24 Stunden am Tag verfügbar sein sollen. Hier braucht man Lieferanten, die mit einer hohen Flexibilität genau diese genannten Punkte gewährleisten könnenvon Rainer Miserre, Sabine Kemper
19.05.2026+Keine Produktion mehr bei Bühler in Braunschweig. Wir verändern den Standort, um ihn zukunftsfähig auszurichten und unser Serviceangebot gezielt zu stärken. Für Müllerinnen, Müller und Partner bedeutet das: Sie können weiterhin auf Bühler als verlässlichen Ansprechpartner zählen. Gleichzeitig bauen wir jene Kompetenzen aus, die für ihre heutigen und künftigen Herausforderungen besonders relevant sind. Wir wissen, wie wichtig Vertrauen, Erfahrung und Kontinuität in unserer Branche sind. Die Nähe zu unseren Kunden wollen wir künftig noch stärker nutzen, um gemeinsam Lösungen für eine leistungsfähige, effiziente und nachhaltige Produktion zu entwickeln. M+M: Was ist Ihre langfristige Vision für den Standort Braunschweig? Stefan Birrer: Meine Vision ist, dass Braunschweig innerhalb des europäischen Bühler-Netzwerks als leistungsfähiges Kompetenzzentrum für Customer Service wahrgenommen wird. Der Standort soll für gebündelte Expertise, praxisnahe Beratung und starke technologische Unterstützung stehen. Wenn es um die Errichtung, Optimierung, Modernisierung und Weiterentwicklung von Getreideverarbeitungsanlagen geht, sollen unsere Kunden in Braunschweig kompetente Ansprechpartner finden, die ihre Prozesse verstehen und gemeinsam mit ihnen tragfähige Lösungen entwickeln. "Braunschweig hat eine starke Verbindung zur Müllerei und zur Getreideverarbeitung. Diese Stärke wollen wir nutzen und weiterentwickeln – zum Nutzen unserer Kunden in Europa." Stefan Birrer
18.05.2026+Roland Mills Ost setzt auf digitale Prozesse. Neue digitale Lösungen müssen daher in bestehende Technik eingebunden werden. Das bedeutet nicht unbedingt weniger Personalbedarf. Fachkräfte müssen zukünftig mehr Anlagenüberwachung mehr Qualitätsanforderungen und mehr Dokumentation bewältigen. Entscheidend ist deshalb nicht die Menge der Daten, sondern deren sinnvolle Aufbereitung. Der Schichtführer benötigt andere Informationen als das Qualitätslabor oder der Energiemanager. Ein gutes Dashboard zeigt nicht möglichst viele Kennzahlen, sondern die relevanten Abweichungen. Sonst entstehen neue Gefahrenquellen durch nicht priorisierte Meldungen. Mit der stärkeren Vernetzung der Daten wächst zudem die Bedeutung der Cybersicherheit. Sobald Maschinen, Leitsysteme, Fernwartung und Cloud-Dienste verbunden werden, entstehen neue Risiken. Datensicherung, Zugriffsrechte und Fernwartung müssen deshalb klar geregelt werden. Dabei tragen nicht nur IT-Abteilungen Verantwortung, sondern auch Betriebsleitung und externe Dienstleister. Trotz Digitalisierung bleibt der Müller der entscheidende Faktor. Die Mühle der Zukunft braucht nicht weniger Fachwissen, sondern digitale Kompetenz. Müller müssen künftig auch Prozessdaten bewerten können, Trends erkennen und digitale Warnsysteme richtig einordnen. Internationale Marktstudien erwarten weiterhin Wachstum für Getreidemühlen. Future Market Insights (FMI) beziffert den weltweiten Markt für Commercial Grain Mills im Jahr 2025 auf rund 1,8 Mrdvon Rainer Miserre, Sabine Kemper
06.05.2026Geschäftsführerwechsel bei Streckel & Schrader. Made in Germany ist und bleibt deshalb Teil unserer Unternehmenskultur.von Rainer Miserre
19.04.2026Endress+Hauser 2025 über Vier-Mrd.-Euro Umsatz. Wer Rohstoffe sicher lagern, Transporte steuern und qualitätskritische Schritte stabil fahren will, ist auf verlässliche Messwerte angewiesen. Hinzu kommen digitale Systeme, die Messdaten bündeln, visualisieren und für Wartung oder Effizienzsteigerung nutzbar machen. CEO Dr. Peter Selders (Foto: Endress+Hauser). Diese Verbindung aus Sensorik, Gerätetechnik und Datennutzung zog sich als roter Faden durch die Veranstaltung. Ein Beispiel mit Nähe zur Lebensmittelproduktion ist das neue selbstkalibrierende Thermometer iTHERM TrustSens. Es kalibriert sich im laufenden Betrieb und kann nach Unternehmensangaben nun bereits bei 39 Grad Celsius arbeiten. Das soll Stillstände vermeiden und die Temperaturüberwachung in hygienisch sensiblen Prozessen vereinfachen. Mathias Altendorf, ehemaliger CEO und Präsident des Verwaltungsrats von Endress+Hauser. Seinen Abschied nahm Verwaltungsratspräsident Matthias Altendorf. Er absolvierte seine gesamte berufliche Laufbahn bei Endress+Hauser und begann mit einer Lehre als Mechaniker in Maulburg, an die sich Studium und Weiterbildungen anschlossen. Der Schmetterling begleitete als Symbol für Transformation das Global Forum 2026.von Rainer Miserre
05.04.2026+Frühjahrsseminar 2026 des Baden-Württembergischen Müllerbundes.-9. September 2026 in Brüssel stattfindet und die bisherige Tagung für Müllerei-Technologie in Detmold ersetzt. Dr. Andreas Baitinger, Rektor der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau mit Technischer Oberschule in Stuttgart, sprach danach offen und ernüchternd über Probleme durch einen größer werdenden Kreis von Auszubildenden mit mangelnden Sprachkenntnissen, Drogenkonsum und Respektlosigkeit gegenüber dem Lehrkörper. Zudem werde der Sanierungsstau am Gebäude offensichtlich. Er lud die Anwesenden zur diesjährigen 100 Jahr Feier am 19. Juni 2026 nach Stuttgart ein und bat um zahlreiche Teilnahme. Zum Abschluss stellte Frank Sautter, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Müllerbundes die getätigten Maßnahmen und Geldspenden des Vereins zur Förderung der Berufsausbildung und Fortbildung für Müller vor. V.l.n.r.: Frank Sauter, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Müllerbundes, Karl Ruthardt, stellv. Vorsitzender des Müllerbundes, Dr. Andreas Baitinger, Rektor der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau mit Technischer Oberschule in Stuttgart und Kornelia Dewald, Geschäftsstelle des Müllerbundes. von Rainer Miserre
05.04.2026+Abubakar Bakhresa in die Milling Hall of Fame aufgenommen. Die Milling Hall of Fame solle dazu dienen, internationale Verdienste um die Mühlenwirtschaft sichtbar zu machen. Mit der Aufnahme gehört Bakhresa nun zu einem Kreis bereits geehrter Persönlichkeiten aus der internationalen Mühlenbranche. Dazu zählen nach Angaben der Veranstalter unter anderem Zhighuo Dan, John G. Coumantaros, Jamal Al-Hazaa und Volkmar Wywiol. Bakhresa hat Betriebswirtschaft an der Georgetown University studiert und sein Studium 1999 abgeschlossen. Innerhalb der Bakhresa Group war er nach Unternehmensangaben maßgeblich an der Weiterentwicklung des Konzerns beteiligt. Genannt werden dabei neben dem Ausbau der Mahlkapazitäten auch Aktivitäten in weiteren Geschäftsfeldern, darunter Medien, Zuckerproduktion sowie digitaler Handel und Zahlungsdienste. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagiert sich Bakhresa auch in anderen Bereichen. Er gehört dem Vorstand der Khalid Islamic Foundation an und ist Vorsitzender des Azam Football Club in Tansania. Die Organisatoren der Milling Hall of Fame begründen die Aufnahme mit Bakhresas langjähriger Tätigkeit in der Industrie und mit seinem Einfluss auf die Entwicklung der Mühlenwirtschaft in Ostafrika.
29.03.2026+Nebenströme der Lebensmittelindustrie als neue Proteinquelle. Diese Produktmuster helfen dabei, spezifische Anwendungen zu identifizieren und Endprodukte zu entwickeln. Alles in allem, eine sehr komplexe Herausforderung. Die Erfahrung zeigt, für eine erfolgreiche Gewinnung eines zusätzlichen Proteinproduktes bedarf es des gebündelten Knowhows von Technologieanbieter, Rohstoffproduzent und Lebensmittelhersteller. Nur durch gemeinsame Optimierung der Wertschöpfungskette können neuartige und hochwertige Proteinprodukte effizient realisiert werden – sei es in Futtermitteln oder in der Lebensmittelproduktion.von Dr. Mathias Aschenbrenner
04.03.2026+Jan Cordesmeyer zu EU-Berichtspflichten und Lieferketten. Diese Informationen dienen den Entscheidungsträgern und helfen dabei, nachhaltige und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Jedes Mitgliedsunternehmen kann praktisch dazu beitragen, weil von uns der Realitätscheck geliefert werden muss. Praktisch beitragen können wir vor allem durch: konkrete Fallbeispiele (z. B. eine Linie, ein Standort, eine Umrüstung), harte Zahlen (CAPEX, OPEX, Stillstandszeiten, Platzbedarf), Machbarkeitsnachweise (was technisch geht und was nicht) sowie Vorher-/Nachher-Vergleiche statt abstrakter Einschätzungen. Saubere Datensätze aus realen Betrieben sind oft hilfreicher als allgemeine Stellungnahmen. Beispiele, wo genau diese Mitarbeit den Ausschlag gab: ATEX- und Staubregelungen in Getreide- und Futtermittelanlagen. Hier haben konkrete Zahlen aus der Praxis dazu geführt, dass auf EU-Ebene Bestandsanlagen klarer von Neubauten abgegrenzt und Übergangsfristen verlängert wurden, stattpauschale Anforderungen einzuführen. Bei Nachhaltigkeits- und Reportingpflichten konnten Fallstudien belegen, dass bestimmte Datenerhebungen entlang der Lieferkette technisch nicht verfügbar oder wirtschaftlich unverhältnismäßig sind. Diese Nachweise flossen in die Argumentation für vereinfachte Anforderungen und spätere Anwendungstermine für kleinere Betriebe ein. Kurz gesagt: Verbände brauchen keine Meinungen, sondern überprüfbare Betriebsdaten.
03.03.2026Riesentorlauf und Einkehrschwung.U., Tourismusverband Maria Alm, UBM-Agrar Gmbh, Url Agrar GmbH, Verein zur Förderung des Bäckerhandwerks Österreichs, Zucker Josef & Co KG. Gebannt wird das Rennen verfolgt von Johann Walzl (59) und Josef Ricklsen. (57) von der Rickl-Mühle, Henri Bankers (71) von der Firma Pfahnl Backmittel, Petra Glössl, Dieter Beiglböck, Sascha Behrens und Michaela Budau von der Firma Kastenmüller/KSA. Christine Scharfetter (links) und Obmann Sepp Schwaiger (rechts) ehrten Anton und Eva Witzmann von der Witzmann-Mühle, die seit 55 Jahren bei jeder Skiwoche dabei waren. (V.l.n.r.): Markus Wimmer, Walter Rogl und Harald Schmalwieser vom Solan Kraftfutterwerk. Josef Rickl (Rickl-Mühle) fuhr mit Startnummer 1 bei den Bambinis als erster durchs Ziel. Lara Miketta(Firma Rückert) belegte bei den Schülerinnen den dritten Platz. Johann Daxner von Daxner GmbH siegte bei den Masters (70). Josef Rickl sen. mit Johann Walzl, Masters 60 (v.l.n.r.) freuten sich gut im Ziel angekommen zu sein. Organisatorin und Autorin Gabriele Czechtizky (rechts) mit ihrer Kollegin Eva Edlinger (links).von Gabriele Czechtizky